Back in Job

Ein Jahr Pause mit 24/7 Job liegt hinter mir. Über 8760 Stunden, in denen ich fast nur Mama war. Über 365 Tage ohne den Erfolgsdruck durch die Arbeit. Über 53 Monate, in denen ich viel über mich gelernt habe. Über 12 Monate, in denen ich meinen Lieblingsmenschen kennengelernt habe!

Doch die Elternzeit nähert sich dem Ende. In wenigen Tagen geht es zur Eingewöhnung, und ich muss loslassen. Den kleinen Krümel in die große weite Welt hinaus geben und mich wieder meinem beruflichem Baby widmen. Was habe ich in den ersten drei Monaten gebetet, dass die Zeit schneller vergehen möge. Ich konnte die ersten Monate der Unsicherheit, des Zurechtfindens, des Kennenlernens, der schlaflosen Nächte, des ewig Neuen, nicht wirklich genießen. Ich war noch zu gefangen in meinem Leben vor dem Krümel und noch zu überrumpelt von der Situation mit ihm, sodass die Schnelllebigkeit des Moments mich einholte, und schwups waren die ersten drei Monate um.

Nach den ersten sechs Monaten waren mein Krümel und ich zusammengewachsen. Der kleine Prinz bestimmte unseren Alltag nicht mehr komplett, und ich konnte mich auch wieder anderen Themen als der Hausarbeit und dem Mama-Sein widmen. Ich versprach mir noch in der Schwangerschaft, dass ich es meiner produktiven Ader schuldig war, sie nicht sterben zu lassen, sondern ihr etwas zum austoben zu geben – so entstand mein Blog. Mein Blog über meine Herzensangelegenheiten. Immer wenn die Mama mal Pause hatte – während Mittagschläfchen oder am Abend – bekam der kruemel.space meine Aufmerksamkeit.

Nach vielen wunderbaren Momenten, tollen Erlebnissen und so einigen gewuppten Projekten – ist die Zeit nun um, und ich sitze da und frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Jetzt sind der kleine Mann und ich ein so gutes Team, und selbst wenn er mal maulig ist und nur getragen werden will, versuche ich aktuell sogar diese Momente zu genießen, denn bald haben wir nur noch die Abende und Wochenenden, und die Jahre werden ebenso schnell vergehen, wie dieses Jahr meiner Elternzeit.

 

Fragen zum Ende der Elternzeit

Noch vor zwei Monaten ging es mir bei dem Ende der Elternzeit mehr um meine Rolle in diesem Kapitel. Bekomme ich alles auf die Reihe? Wie wird es sein, zurück auf Arbeit zu sein? Wird es meinen Kollegen auffallen, dass ich wieder da bin? Kann ich schnell aufholen, was ich das Jahr über verpasst habe? Kann ich etwas von meinen Blog-Erfahrungen mit meinen Kollegen teilen?

Jetzt – unmittelbar bevor die Eingewöhnung startet und ich wieder zurück am Arbeitsplatz sein werde – rücken die Fragen bezüglich meines Krümels in den Vordergrund. Es beschäftigt mich, ob es ihm in der Kita gefallen wird. Ob er sich gut eingewöhnt. Ob er mich vermissen wird. Ob wir die Uhren noch einmal zurück stellen können und noch ein wenig Zeit zusammen genießen können.

 

Loslassen

Unser beider Tagesablauf verändert sich nun ein wenig – ich werde nicht mehr sein Mittelpunkt sein. Er wird sein Herz für neue Menschen öffnen, Erfahrungen und Erlebnisse abseits von mir machen. Uns werden 8-10 Stunden trennen, in denen wir unsere eigenen Wege gehen. Realistisch gesehen, ist es wichtig, dass nun dieser Schritt kommt. Der Krümel langweilt sich glaube ich schon mit mir. Er soll sich in der Kita austoben können, viel an der frischen Luft sein, sein soziales Umfeld stärken und auch Freunde finden. Ich werde traurig sein über alles was ich in seiner Entwicklung verpasse, weil er es zum ersten Mal in der Kita macht, aber ich werde auch froh sein, dass ich meine berufliche Aufgabe wieder antreten darf. Ich mag meine Arbeit und ich arbeite gern. Ich möchte noch so viel lernen, mich entwickeln und erreichen – von daher kommt es nicht in Frage, weiter Zuhause zu bleiben.

Was uns bleibt, ist unser Paket voller schöner Erinnerungen von diesem ersten gemeinsamen Jahr. Wir haben so viele schöne Augenblicke geteilt, tolle Menschen kennengelernt und uns kennengelernt. Mein Lieblingsmensch ist nun bereit für den Kita-Alltag, und ich sollte es auch sein. Dementsprechend versuche ich für uns beide, entspannt an die neue Situation heranzutreten, uns beiden ein gutes Gefühl bei diesem Schritt zu geben und einfach ein wenig gelassener zu sein. Es kommt wie es kommt, und ich freue mich auf meine Arbeit sowie auf die Abende an denen mein Krümel mir in seinem Gebrabbel von seinem Kita-Tag erzählt und auf die Wochenenden, an denen ich ihn wieder ganz für mich habe.

 

elternzeit
Elternzeit – Back in Job

 

Mit diesem Beitrag bin ich dem Aufruf zu einer Blogparade zum Thema „Wiedereinstieg“ gefolgt. Wenn die Elternzeit sich dem Ende neigt, macht sich wahrscheinlich einfach jeder seine ganz eigenen Gedanken zu dem Thema. Manch einer tendiert in meine Richtung – manch einer hat völlig andere Ansichten. Dem jedem sei das Seine gestattet.

2 thoughts on “Back in Job

  • 28. Februar 2016 um 21:50
    Permalink

    Liebe Juliana,
    ja, wo ist die Zeit nur hin? Einerseits war es auch bei mir das längste Jahr, an das ich mich erinnern kann, andererseits steht der erste Geburtstag so plötzlich vor der Tür. Ich wünsche euch, dass ihr beide davon profitiert, dass du wieder zurück ins Büro und dein Krümel in die Kita geht. Und es bleibt sicher genug Zeit für viele schöne gemeinsame Erinnerungen!

    Viele Grüße
    Andrea

    Antwort
  • 29. Februar 2016 um 21:32
    Permalink

    Wir freuen uns sehr über die vielen kleinen und großen Entdeckungen unseres Mr.T .
    Jetzt wünschen wir seiner Mama und ihm noch eine Menge mehr davon in unterschiedlichen und gemeinsamen Aktionskreisen !
    “ Dem jedem sei das Seine gestattet .“

    Antwort

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