Little T’s Weg zur Mobilität

Habt ihr schon einmal über die Perspektiven in euren Leben nachgedacht? Über das Glück, euch in Raum und Zeit bewegen zu können? Euch zu platzieren, wie und wo ihr gerade möchtet?

Als frisch geschlüpfter Krümel hat man kaum eine Wahl – man ist da, wo und wie Mama einen positioniert. Dazu möchte ich an dieser Stelle folgendes sagen – LAAAAAANGWEILIG!

In der ersten Zeit auf dieser Welt bestand eine große Abhängigkeit zu meiner Mama. Sie wickelte, badete, kuschelte und spielte mit mir – sie gab mir etwas zu essen, zog mich an und was sie ebenso häufig gemacht hat: mich abgelegt, mich hoch genommen, mir Sachen gezeigt etc. Sie war der Mittelpunkt meiner Bewegungsfreiheit. Ergo konnte auch sie allein bestimmen, welche Entfernung ich zu ihr und zu anderen Dingen hatte. In den ersten Wochen musste ich mich erst einmal orientieren und zurecht finden, war doch alles so groß, laut und anders als erwartet. Ich genoss die Zuwendung meiner Mama – bis es mir zu langweilig wurde und ich das Gefühl hatte, alles Wichtige zu verpassen. Oft musste ich nach ihnen rufen, dass sie mich dazu holen sollten. Immer wenn sie kaum zum Abendbrot in der Küche verschwunden waren, musste ich auch schon ’n Lauten machen – wollten sie mich doch einfach im Bettchen im Wohnzimmer liegen lassen. Dazu muss man sagen, dass wir eine offene Wohnküche haben. Ich konnte sie also noch sehen und sie mich – trotzdem waren sie viel zu weit weg, und ich wollte doch dabei sein! Hören was gesprochen wird, sehen was gegessen wird und kuscheln!!!

 

Trainingsstart

Diese eingeschränkte Handlungsweise ging mir irgendwann sooo auf den Keks, dass ich beständig trainiert habe. Mein Onkel Flo geht immer ins Fitness-Studio. Von ihm hab ich mir dann erst einmal ein paar Übungen zeigen lassen. Erst musste der Kopf in Bauchlage hoch, der Körper sich drehen und dann musste der Bauch fliegen lernen, danach war der Rest dran. Irgendwie musste es doch klappen. Fortbewegung – der Schlüssel zu meiner Unabhängigkeit – zu meinem Glück.

Überall habe ich mich hochgezogen – am liebsten an Mutti, aber sie meinte, sie fühlt sich nur noch wie ein Klettergerüst, also hat sie mir Zuhause einen kleinen Parkour aufgebaut. Ansonsten habe ich es zunächst wie die Robbenbabys gemacht. Po hoch, Schwung holen, mit den Armen abstoßen und mit dem Oberkörper abheben und bremsen. So kam ich nach und nach ein paar Zentimeter voran. Aber das ist anstrengend sag ich euch! Gut, dass meine beste Freundin vorbei kam und mir gezeigt hat, wie das mit dem Krabbeln funktioniert. Man kommt so viel schneller von A nach B. Jetzt kann ich Mutti durch das ganze Haus verfolgen. Danke Miss Karotti – du hast mir wirklich sehr geholfen!

Seitdem bin ich aber nicht mehr zu bremsen. Stufen nehme ich mit Leichtigkeit, laufe an Möbeln lang und übe fleißig mit meinem Lauflernwagen. Ab und an stehe ich auch schon für einige Sekunden frei – was ein Drahtseilakt – als ob meine Beinchen aus Gummi wären. Bei den andern sieht das immer so einfach aus. Aber die mussten bestimmt auch lange üben. Morgen bin ich 9 Monate alt und super stolz darauf, was ich schon alles kann. Ob ich es schaffe, zu Weihnachten zu laufen? Ich glaub, der Plan ist zu ambitioniert. Aber vielleicht zu meinem ersten Geburtstag?!

 

Speziell für euch – mein Trainingsprogramm:

Step 1: Von Geburt an trainieren den Kopf allein zu halten.
Ziel erreicht mit ca. 2 1/2 – 3 Monaten im Juni.

Step 2: Robben üben.
Ziel erreicht – eigentlich beständig am Üben. Ersten Versuche mit 4 Monaten seit Juni/Juli – erst nur ein paar wenige Hopser, dann im Rückwärtsgang quer durch die Wohnung, anschließend vorwärts, bis es endlich ein Krabbeln war.

Step 3: Drehen lernen.
Ziel erreicht mit 5 1/2 Monaten – Mitte August.

Step 4: Den Bauch fliegen lassen.
Ziel erreicht mit ca. 5 Monaten am 06.08. und Ende August professionalisiert.

Step 5: Hochziehen an allem was geht.
Ziel erreicht mit 6 1/2 Monaten – seit Mitte September.

Step 6: Das Sitzen in Angriff nehmen.
Ziel erreicht mit 7 Monaten im Oktober – von da an immer allein gesessen.

Step 7: Krabbeln lernen.
Ziel erreicht mit fast 8 Monaten – Anfang November.

Step 8: Frei Stehen und Laufen.
Ziel erreicht mit … wir werden sehen, aktuell laufe ich nur an den Möbeln lang – ABER ich trainiere fleißig😉.

littlet

2 thoughts on “Little T’s Weg zur Mobilität

  • 13. Dezember 2015 um 9:57
    Permalink

    Lieber Mr. T, nicht aufgeben, auch wenn die Zeit zwischen An-Sachen-Langlaufen und Frei-Laufen (zumindest den Eltern) ewig erscheint. Ein paar Monate Übung braucht es da noch. Aber dann gibt es bestimmt kein Halten mehr!!!! Tolle Jahreszeit hast du dir dafür ausgesucht, denn im Schnee fällt man weicher. Das habe ich damals auch so gemacht.

    Liebe Grüße von Mieke und Mama Silke

    Antwort
    • 7. Februar 2016 um 15:16
      Permalink

      Hallo liebe Mieke,

      ein kleines Update hab ich – ich laufe jetzt :) . Nachdem ich zwischen Weihnachten und Neujahr noch fleißig an Mamas und Papas Hand gelaufen bin, habe ich am 17.01. meine ersten eigenen Schritte gemacht. Seit diesem Freitag (05.02.) gibt es für mich kein Halten mehr – ich schaffe jetzt schon längere Strecken und bin immer sicherer. Endlich kann das Welt erkunden noch einmal ganz neu aus einer anderen Perspektive starten.

      Sei lieb gegrüßt dein Little T :)

      Antwort

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